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Fragen zur OGS

Bürgermeister der Stadt Herten o.V.i.A. via FAX / EMail
Kurt-Schumacher-Straße 2
45699 Herten
Anfragen gem. § 15 der GO-Herten – Thema OGS-Herten
Sehr geehrter Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren,
ich bitte um Beantwortung folgender Fragen in der nächst möglichen Ratssitzung.
In Anlehnung an den Pressebericht vom 03.10.2019 der Hertener Allgemeine beschäftigen mich verschiedene Fragen.

 

In Anlehnung an den Pressebericht vom 03.10.2019 der Hertener Allgemeine beschäftigen mich verschiedene Fragen.

  1. Wie ist es möglich, dass Bürgermeister Fred Toplak nach Vorsprache einiger Eltern 20 OGS-Plätze an der Waldschule, wo der Betreuungsnotstand wie auch an anderen Hertener Grundschulen besonders groß ist, zeitnah einrichten konnte?
  2. Warum wurden keine zusätzlichen OGS-Plätze an anderen Hertener Grundschulen geschaffen?
  3. Wie viele freie OGS-Plätze gibt es an den einzelnen Standorten der Hertener Grundschulen?
  4. Welche Hertener Grundschulen haben Wartelisten für OGS-Plätze und in welcher Anzahl?
  5. Wie viele Kinder können an den einzelnen Grundschulstandorten betreut werden?
  6. Welche verbindlichen Ausstattungsstandards sind für die Offenen Ganztage festgeschrieben?
  7. Welcher Personalschlüssel wird für den Offenen Ganztag zugrunde gelegt?
  8. Wird dieser Personalschlüssel durchgängig an allen Offenen Ganztagsstandorten gleichermaßen eingehalten?
  9. In welchen Zeiträumen greift das Betreuungsangebot der einzelnen Offenen Ganztage?
  10. Welche Kriterien sind für die Zuweisung eines OGS-Platzes festgelegt?
  11. In welcher Relation stehen die ausgewiesenen OGS-Plätze zur Gesamtschülerzahl der einzelnen Grundschulen?
  12. Wie hoch ist der Bedarf an OGS-Plätzen in den einzelnen Jahrgängen der einzelnen Grundschulstandorte?
  13. Wie viele Schülerinnen und Schüler befinden sich in den einzelnen Eingangsklassen der einzelnen Schulstandorte?
  14. Wie setzt sich die Schülerschaft der einzelnen Eingangsklassen der einzelnen Schulstandorte zusammen, aufgeschlüsselt nach Geschlecht sowie Nationalitäten und Migrationshintergrund?

 

Ausriss aus der Hertener Allgemeine – Von Carola Wagner

Wahlfreiheit – aber nicht im Offenen Ganztag

HERTEN. Alleinerziehende, die berufstätig sind, genießen Vorrang bei der Vergabe von Plätzen im Offenen Ganztag (OGS). Jasmin Göttfert (30) erlebt gerade, dass diese Regel nicht für alle gilt. Sie ist verzweifelt.

Wenn Situationen so verfahren sind, wie im Falle des nicht vorhandenen Betreuungsplatzes für Jolina, rufen viele nach Schuldigen. Dem Mädchen kann man nicht ankreiden, dass es nicht weiter in Kontakt mit Kindern sein möchte, von denen es gemobbt wurde. Warum das seinerzeit nicht geklärt wurde, können wir nicht mehr ergründen. Dass die Mutter arbeitet, ist gut und wichtig. Keiner kann sich wünschen, dass sie mangels Betreuung für ihr Kind zum Sozialfall wird. Die Stadt hat die Entwicklung gewiss lange falsch eingeschätzt und nicht damit gerechnet, dass der Bedarf an OGS-Plätzen so groß wird. Stimmt, Herr Dr. Schneider, da müssen Sie ran. Und zwar schnell, aber bitte mit Qualitätsanspruch. Alles eine Frage des Geldes. Und da ist die Politik gefragt, denn die bestimmt, wofür unsere Steuern ausgegeben werden.

Da muss die Stadt schnellstens ran

Am 29. August startete die Grundschulkarriere für Jasmin Göttferts Tochter Jolina. Die Sechsjährige besucht die erste Klasse in der Waldschule Langenbochum. Da Mutter und Tochter auf dem Paschenberg wohnen, gehören sie zum Einzugsgebiet der Ludgerusschule an der Paschenbergstraße. Allerdings genießen Eltern in Herten Wahlfreiheit bezüglich der Grundschule, und weil an der Waldschule Platz war (Voraussetzung für die freie Schulwahl), geht Jolina nun dort hin. „Sie fühlt sich dort sehr wohl und geht gerne zur Schule“, berichtet die Mutter.

Warum sie die weit entfernte Waldschule wählte, erklärt Jasmin Göttfert so: „Jolina war im Kindergarten St. Barbara und dort zeitweise das einzige Mädchen ohne Migrationshintergrund.“ Sie habe sich ausgeschlossen gefühlt und sei oft angegangen worden. „Als klar war, dass viele dieser Kinder auf die Ludgerusschule gehen würden, wollte Jolina auf gar keinen Fall dort hin.“

Göttfert arbeitet als Pflegehelferin in einem Wohnheim für Behinderte in Gelsenkirchen. 30 Stunden die Woche, täglich von 8.45 bis 14.45 Uhr. Eigentlich eine ideale Arbeitszeit für eine Mutter mit Schulkind – wenn man denn einen Platz in der OGS ergattert. Damit hatte die 30-Jährige fest gerechnet, kassierte im Frühjahr aber eine Absage von der Schulleitung.

Betreuungsnotstand

an den Grundschulen

Daraufhin habe sie mit anderen Eltern, die auch leer ausgegangen waren, bei Bürgermeister Fred Toplak vorgesprochen. Ein Besuch, der von Erfolg gekrönt war: Um die Not zu lindern, wurden 20 zusätzliche Plätze in der Betreuung eingerichtet. Statt ursprünglich 85 OGS-Plätzen gibt es an der Waldschule, wo der Betreuungsnotstand (wie auch an der Comeniusschule in Scherlebeck) besonders groß ist, nun 105 Plätze.

Die Freude über das zusätzliche Kontingent währte bei Jasmin Göttfert nicht lange. Denn bei der Vergabe der 20 Plätze wurde Tochter Jolina erneut nicht berücksichtigt. Tatsächlich steht sie auf Platz acht der Warteliste. Begründung: Die Göttferts wohnen nicht im Einzugsgebiet der Schule. Kinder, auf die dies’ zutrifft, werden bevorzugt.

Die Mutter ist nun völlig ratlos. „Ich kämpfe und mach’ und tu’ und gehe immer leer aus.“ Sie weiß nicht, wie sie die dringend benötigte, verlässliche Betreuung für ihr Kind organisieren soll. „Ich will doch meine Arbeit nicht verlieren“, sagt sie.

In ihrer Not hat sie sich an den Chef des städtischen Bereichs Bildung und Soziales, Dr. Karsten Schneider, gewandt. Doch der sagt klar: „Ich kann das Problem nicht lösen. Den gewünschten Platz in der OGS der Waldschule gibt es nicht.“ Freie Plätze an der Ludgerusschule – sowohl in einer Schulklasse als auch in der OGS – habe er zu bieten, doch da will Jolina auf keinen Fall hin. Nun wird nach „kreativen Lösungen“ gesucht und geprüft, ob etwa eine Nachbarin der Göttferts als Tagesbetreuung einspringen kann. Auch das Familienbüro steht parat, um der verzweifelten Mutter mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

„Uns ist die Not bewusst“, sagt Dr. Schneider. Die beträfe in Herten auch viele andere Kinder, die dringend in die Betreuung müssten. „Wir würden gerne viel mehr helfen. Da müssen wir ran.“

Kommentar Carola Wagner

Wenn Situationen so verfahren sind, wie im Falle des nicht vorhandenen Betreuungsplatzes für Jolina, rufen viele nach Schuldigen. Dem Mädchen kann man nicht ankreiden, dass es nicht weiter in Kontakt mit Kindern sein möchte, von denen es gemobbt wurde. Warum das seinerzeit nicht geklärt wurde, können wir nicht mehr ergründen. Dass die Mutter arbeitet, ist gut und wichtig. Keiner kann sich wünschen, dass sie mangels Betreuung für ihr Kind zum Sozialfall wird. Die Stadt hat die Entwicklung gewiss lange falsch eingeschätzt und nicht damit gerechnet, dass der Bedarf an OGS-Plätzen so groß wird. Stimmt, Herr Dr. Schneider, da müssen Sie ran. Und zwar schnell, aber bitte mit Qualitätsanspruch. Alles eine Frage des Geldes. Und da ist die Politik gefragt, denn die bestimmt, wofür unsere Steuern ausgegeben werden.

Da muss die Stadt schnellstens ran

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