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Mitarbeiter*innenbefragung – Gesundes Arbeiten

 


 

Vorgang: Anfrage nach § 15 GeschO des Rates und der Ausschüsse der Stadt Herten Herten
„Fachkräftemangel im Verwaltungsbereich der Stadt Herten“ vom 01.06.2017

aufgrund des § 14 der Geschäftsordnung der Stadt Herten stelle ich folgenden

Hier:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

wir bitten Sie den folgenden Punkt auf die Tagesordnung der nächsten Ratssitzung zu setzen: Mitarbeiter*innenbefragung – Gesundes Arbeiten – Steigerung der Arbeitszufriedenheit.

Beschlussvorschlag:

Der Rat der Stadt Herten beschließt die externe Vergabe einer Mitarbeiter*innenbefragung, sowie deren Auswertung, welche die gesamten städtischen Mitarbeiter*innen erfasst und das Ziel hat die städtischen Arbeitsverhältnisse in Bezug auf Gesundheit und Arbeitszufriedenheit hin zu untersuchen. Die Verwaltung wird ferner beauftragt, die Kosten für eine derartige Untersuchung zu ermitteln und diese, soweit aus vorhandenen Haushaltsmitteln darstellbar, für eine kurzfristige Umsetzung der geplanten Maßnahme bereitzustellen. Die Ergebnisse sollen zunächst zusammen mit dem Personalrat in der Personalkommission diskutiert und anschließend dem Rat vorgestellt werden.

Begründung:

Die Stadtverwaltung arbeitet seit Jahren unter einer verhältnismäßig dünnen Personaldecke. Mitarbeiter*innen, die sich besondere Kenntnisse durch Schulungen erarbeitet haben, sind nicht einfach zu ersetzen und selbst wenn, ist dies mit einem enormen zusätzlichen finanziellen Aufwand verbunden. Unabhängig von dieser Situation ist aber festzustellen, dass in den vergangenen drei Jahren die Krankenquote enorm und Abgänge (Kündigungen) zugenommen hat. Der ermittelte Krankenstand ist schon mindestens im zweiten Jahr in Folge auf diesem hohen Niveau, was für die Verwaltung Anlass sein muss, im Wege ihrer Fürsorgepflicht für die Mitarbeiter*innen tätig zu werden und die Gründe für diese Entwicklung zu ermitteln. Ein offensives, lösungsorientiertes oder erfolgreiches Vorgehen seitens des Bürgermeisters ist trotz zahlreicher Nachfragen und Aufforderungen seitens des Rates nicht zu beobachten. Vielmehr blieb es bisher bei Absichtserklärungen. Hinzu kommt, dass mir vielfach von einer stetigen Verschlechterung des Arbeitsklimas berichtet wird.

Auch wenn die Krankenstände in der öffentlichen Verwaltung in der Regel höher sind, als in der freien Wirtschaft, so bildet Herten – auch unter anderen Stärkungspaktkommunen – eher eine Ausnahme. So konnten die Hans-Böckler-Stiftung und der Deutsche Städtetag durchschnittliche Krankenstände von 5-10% in den kommunalen Verwaltungen beziffern.

Bevor nun aber ad hoc Maßnahmen ergriffen werden, um dem steigenden Krankenstand in der Hertener Stadtverwaltung entgegen zu wirken, muss aus Sicht meiner Antragsstellung ergründet werden, aus welchen Gründen sich die Situation in den vergangenen Jahren so entwickelt hat. Dazu benötigen wir umfassende Informationen, die in einem anonymen Mitarbeiter*innenbefragung erhoben werden sollen. Die Befragung soll folgende Bereiche umfassen:

– eine Bewertung der Arbeitsbedingungen aus Mitarbeiter*innensicht nach Dimensionen, die für ein gesundes Arbeiten und Altern bedeutsam sind;

– eine Einschätzung von Gesundheit, Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter*innen, differenziert nach Alter;

– Hinweise auf sinnvolle bzw. dringliche Handlungsansätze, mit denen die Gesundheit, die Zufriedenheit und damit die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter*innen gefördert werden kann.

Bereits andere Kommunen haben/werden (sh. Waltrop)  mit externen Instituten, wie dem Institut für Arbeitspsychologie und Arbeitsmedizin (IAPAM) oder dem Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso) erfolgreich zusammen gearbeitet und konnten dabei Erkenntnisse über die Arbeitszufriedenheit der städtischen Dienstkräfte und über die gelebte Führungskultur gewinnen, daraus Handlungsoptionen für die Personalentwicklung ableiten, sowie Daten erheben, um die Dringlichkeit für Präventivmaßnahmen im Sinne der psychischen Gesundheit zielgerichtet initiieren zu können.



Danach werden Grüne wach:

Sehr geehrte Frau Herrmann,

zu Ihrer informellen Anfrage kann ich Ihnen Folgendes mitteilen:

Der Krankenstand betrug in der Stadtverwaltung Herten im 1. Halbjahr 2017 7,69 %, bereinigt um Langzeiterkrankungen (> 42 Tage) 4,77 %.

Die Vergleichszahlen für 2016 betrugen 7,56 % bzw. 4,40 % ohne Langzeiterkrankte.

Zur Information habe ich diese E-Mail auch an die anderen Fraktionsvorsitzenden und Einzel-Ratsmitglieder weitergeleitet.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag
Michael Wilke

Stadt Herten
Fachbereich 1.1 Zentrale Steuerung

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