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Personalmangel im Rathaus

Antwort

Anfrage nach § 15 GeschO des Rates und der Ausschüsse der Stadt Herten
– „Fachkräftemangel im Verwaltungsbereich der Stadt Herten“ vom 01.06.2017

 

Sehr geehrter Herr Jürgens, zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:

 

1./2./ 3.:
Ich bitte um detaillierte anonymisierte Beantwortung der Fluktuation bzw. altersbedingtem Aus­ scheiden von Fachpersonal innerhalb der Verwaltung im Zeitraum 2014 bis zum ersten Halbjahr 2017 aufgeschlüsselt nach Fachbereichen sowie die entsprechende Besoldung.
Führen Sie ebenfalls auf, wer (anonymisiert) von den Abgängen zu anderen Kommunen gewechselt sind – so bekannt!

Der Anlage 1sind die im genannten Zeitraum durch Erreichen der Altersrente bzw. durch Versetzung in den Ruhestand ausgeschiedenen Beschäftigten nach Fachbereichen zu entnehmen.

Der Anlage 2 sind die aus sonstigen Gründen – z.B. Versetzung zu einem anderen Dienstherrn, Kündi­ gung, Aufhebungsvertrag, Tod – ausgeschiedenen Beschäftigten im gewünschten Zeitraum aufgelis­ tet. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind davon 25 Kräfte zu anderen Verwaltungen gewechselt.

4.
Wie wird die Verwaltung der Fluktuation entgegenwirken?

Die Verwaltung hat sich in der Vergangenheit bemüht, sich durch verschiedenste Aktivitäten (z.B. Zertifizierung als familienfreundlicher Betrieb, Angebote der Gesundheitsfürsorge, gezielte Personal­ entwicklungsmaßnahmen) als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren.
Gleichwohl bleibt festzustellen, dass bei den Beschäftigten im öffentlichen Dienst zunehmend die Bereitschaft zu einem Arbeitgeberwechsel festzustellen ist. Dies trifft insbesondere auf Bereiche zu, in denen die Mehrzahl der Kommunen Fachkräfte sucht wie z.B. in technischen Bereichen oder im Brandschutz und Rettungsdienst.

Die Verwaltung ist an die Vorgaben des TVÖD und der Entgeltordnung gebunden, so dass breite fi­
nanzielle Anreize nicht in Betracht kommen.

Es wird daher in der Zukunft vermehrt darum gehen, sich weiterhin als zuverlässiger und attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren und durch gezielte Personalentwicklung gutes Personal an die Stadt Herten zu binden.

5.
Welche Mittel/ Aufwendungen sind hierfür erforderlich? Wird/ wurde bei Gegenmaßnahmen (so geschehen) der Personalrat frühzeitig mit eingebunden?

Der Personalrat wurde und wird – so weit im Landespersonalvertretungsgesetz (LPVG) vorgesehen – bei entsprechenden Maßnahmen beteiligt.

Eine konkrete Summe, die in der Zukunft erforderlich sein wird, kann nicht zuverlässig benannt wer­ den.

Eine Kopie dieses Schreibens habe ich auch den Fraktionsvorsitzenden und den übrigen Einzelrats­ mitgliedern zugesandt.

Rente
FB Gehaltsgruppe EG 5 EG 6 EG 8 EG 9 EG 10 EG 11 EG 12 EG 13 EG 14 A 8 A 9 A 10 A 11 A 12 A 13 S 11 S 14 S 15
1.1 Zentrale Steuerung 0
1.2 Finanzen 2 2
2.1 Planen Bauen Umwelt 1 1 1 3
2.2 Planen Bauen Umwelt 1 1 2 4
3 Ordnung Feuerschutz 1 1 5 2 1 1 1 12
4 Familie, Jugend Soziales 3 2 1 1 2 1 2 1 13
5 Bildung, Kultur und Sport 2 4 3 1 10
Sonst. 1 1 1 3
3 6 12 4 0 2 1 1 3 2 1 1 4 1 2 1 2 1 47
sonst. Abgänge
FB Gehaltsgruppe EG 5 EG 6 EG 8 EG 9 EG 10 EG 11 EG 12 EG 13 EG 14 EG 15 A 7 A 8 A 9 A 10 A 11 A 12 A 13 S 3 S 6 S 8a S 11 S 12 S 14 S 15  Zu anderen
Kommunen
1.1 Zentrale Steuerung 1 2 3 1
1.2 Finanzen 2 2 2
2.1 Planen Bauen Umwelt 3 1 2 6 6
2.2 Planen Bauen Umwelt 1 1
3 Ordnung Feuerschutz 1 1 1 1 6 2 12 8
4 Familie, Jugend Soziales 1 1 2 3 2 2 5 16 7
4 Kitas 1 8 6 15
5 Bildung, Kultur und Sport 3 1 1 2 7 1
Sonst.
4 2 1 5 3 3 2 3 1 1 1 6 2 0 0 2 0 1 8 6 4 2 5 0 62 25

 


 



Bürgermeister der Stadt Herten o.V.i.A.                                                    31. Mai 2017

Kurt-Schumacher-Straße 2

45699 Herten

 

Anfrage gem. § 15 der GO-Stadtherten zu beantworten in der kommenden Ratssitzung.
Hier: Fachkräftemangel im Verwaltungsbereich der Stadt Herten

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren,

 

  1. ich bitte um detaillierte anonymisierte Beantwortung der Fluktuation, bzw.
  2. altersbedingtem Ausscheiden von Fachpersonal innerhalb der Verwaltung im Zeitraum 2014 bis zum ersten Halbjahr 2017 aufgeschlüsselt nach Fachbereichen, sowie die entsprechende Besoldung.
  3. Führen sie ebenfalls auf, wer (anonymisiert) von den Abgängen zu anderen Kommunen gewechselt sind – so bekannt!
  4. Wie wird die Verwaltung der Fluktuation entgegenwirken?
  5. Welche Mittel/Aufwendungen sind hierfür erforderlich?
    Wird/ wurde bei Gegenmaßnahmen (so geschehen) der Personalrat frühzeitig mit eingebunden?

 

Begründung:
Die Grenzen der Leistungsfähigkeit unserer Verwaltung ist nachweislich erreicht.

Der Personalengpass rüttelt an der Zukunftsfähigkeit unserer Stadt, nicht zuletzt in Bereichen, die für eine moderne Wissensgesellschaft und Stadtentwicklung zentral ist.

Laut Studie der PricewaterhouseCoopers AG „Fachkräftemangel im öffentlicher Dienst“[1]  wird es  bei Verwaltungsfachkräften bis 2030 einen Engpass von 231.000 Personen geben. Werden die 45.400 fehlenden Bürokräfte dazugezählt, sind es sogar 276.400 Stellen.

Ich gehe davon aus, dass die Stadt Herten bei der Bewältigung der Situation externe Hilfe benötigen muss. Hier bitte ich um eine Kostenkalkulation in der Angelegenheit.

 

Mit freundlichen Grüßen

Joachim Jürgens

[1] http://www.pwc.de/de/offentliche-unternehmen/assets/pwc-fachkraeftemangel-oeffentlicher-dienst.pdf

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