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Sparen durch LED-Beleuchtung

 

Ausriss H.A. vom 28.07.2017


Herten, den 22. Januar 2017

Sehr geehrter Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren

Vergeblich suchte ich im Bericht: „Hertener Klimakonzept 2020+ Ein Masterplan für 100 % Klimaschutz in Herten im Auftrag der Stadt Herten“ die anerkannte Energieeinsparung von Beleuchtungsmitteln (Straßenbeleuchtung / ordinäre Beleuchtung) durch LEDs.

Aus diesem Grund stelle ich gem. § 14 GO-Herten den Antrag:

Die für den Klimaschutz zuständigen Mitarbeiter der Stadt Herten / Hertener Stadtwerke prüfen, welche im städtischen Besitz befindlichen Beleuchtungseinrichtungen durch energiesparende LED Beleuchtungskörper ausgetauscht werden können. Das Ergebnis sollte innerhalb von einem halben Jahr dem Rat zur Verfügung gestellt werden.

Begründung:

Einerseits hebt die Stadt in ihrem Klimakonzept die sogenannte „Windstrom-Elektrolyse-Anlage“ als klimafördernde Maßnahme heraus. Diese Technologie erreicht bei deren Umwandlung – Strom- Wasserstoff- Brennstoffzelle – nur einen Wirkungsgrad von ca. 35%. D.h. 100 Watt Input bringt durch die Umwandlung am Ende nur 35 Watt heraus!
Immer mehr Städte in Deutschland rüsten deshalb auch ihre Straßenbeleuchtung um. Anstelle von herkömmlichen Glühbirnen werden zunehmend stromsparende LED-Lampen eingesetzt. Sie verbrauchen bis zu 70 Prozent weniger Energie bei gleicher Leuchtleistung. Außerdem ist die Lebensdauer etwa dreimal länger als bei Glühbirnen. Was sich in Privathaushalten schon bewährt hat, soll nun auch die Beleuchtung von Straßen und öffentlichen Plätzen erobern.

Anders als herkömmliche Lampen, erzeugen LEDs Licht in einem Halbleiter durch die direkte Umwandlung von Strom. Im Vergleich zu Glüh- oder Quecksilberdampf-Hochdruckentladungslampen wird die eingesetzte Energie zu einem deutlich höheren Anteil in Licht umgewandelt und nicht in unerwünschte Wärme.

Hinzu kommt, dass ab 2017 lt. EU Erlass für Außen- und Straßenbeleuchtungen ein Verbot der weniger effizienten Halogen-Metalldampf-Hochdrucklampen und Natriumdampf-Hochdrucklampen in Kraft tritt. Diese werden ebenfalls häufig in Außen-, Straßen- und Hallenlampen eingesetzt[1]

Abschließende Bemerkung: Für mich ist es unverständlich, dass sich die Stadt hochdotierte Mitarbeiter für den Klimaschutz leistet und die wirkungsvollen probaten Mittel zum Klimaschutz auf den ersten Blick unberücksichtigt lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Anlage (nur als Email) als Entscheidungshilfe:

Kommunen in neuem Licht Praxiserfahrungen zur LED in der kommunalen Beleuchtung.
TU Darmstadt / Bundesministerium für Bildung und Forschung Veröffentlicht unter:

https://www.bmbf.de/files/KinL_Abschlussbericht_korr2013-06_bf_abA7.pdf

Licht und Schatten

[1] Verordnung (EU) Nr. 347/2010 der Kommission vom 21. April 2010 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 245/2009 der Kommission in Bezug auf die Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung von Leuchtstofflampen ohne eingebautes Vorschaltgerät, Hochdruckentladungslampen sowie Vorschaltgeräte und Leuchten zu ihrem Betrieb (Text von Bedeutung für den EWR)  [ http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32010R0347&from=DE  ]

Antwort

Anfrage: Teilnahme am EU-Förderprojekt „Dynamic Light“ vom S. Dezember 2016

 

Sehr geehrter Herr Jürgens,

ich bitte zunächst die späte Beantwortung zu entschuldigen. Leider ist es aufgrund von Erkrankungen zu einer längeren Bearbeitungszeit gekommen. Bezug nehmend auf Ihre Anfrage vom 5. Dezember 2016 kann ich Ihnen Folgendes mitteilen:

Die Hertener Stadtwerke haben 2009 die Straßenbeleuchtung mit ca. 7.000 Leuchten von der Stadt Her­ ten übernommen und anschließend mit der Sanierung des alten Leuchtenbestandes begonnen. Es wur­ den innerhalb von wenigen Jahren sämtliche ineffizienten Leuchten wie z.B. die Quecksilberhochdruck­ leuchten (HQL) gegen effizientere Leuchten mit Natriumdampftechnik (NAV) ersetzt . Dabei konnte eine Energieeinsparung von rund 50% erreicht werden. Die LED-Technik war zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgereift und auch von den Kosten her nicht konkurrenzfähig zu den NAV-Leuchten, wie die Hertener Stadtwerke mit LED-Prototypen im Stadtgebiet getestet und lichttechnisch untersucht haben.

Mittlerweile haben die LED-Leuchten die Marktreife erreicht und alle renommierten Hersteller haben ihr Leuchtenprogramm nahezu komplett auf LED umgestellt. Dabei ist aber festzustellen ,dass die Preise für diese Leuchten noch recht hoch sind und sich eine Wirtschaftlichkeit nicht allein über den niedrigeren Stromverbrauch als vielmehr über die längere Lebensdauer der Leuchtmittel darstellen lässt.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Reaktorsicherheit und Bau (BMUB) bietet in Zusam­ menarbeit mit dem Projektträger Jülich (PTJ) ein Förderprogramm an, das Kommunen beim Einsatz energieeffizienter LED-Technik in der Straßenbeieuchtung fördert. Anders ais eine Reihe anderei För­ dermaßnahmen, wie z.B. das europäische LED-Projekt Dynamic-Light, ist dieses Förderprogramm direkt auf die Umsetzung bei kommunalen Unternehmen wie den Stadtwerken ausgerichtet und nicht so stark in Richtung Forschung und Entwicklung geprägt . Dabei erfolgt die Förderung von Maßnahmen an Au­ ßen- und Straßenbeleuchtungsanlagen durch einen nicht rückzahlbaren Zuschuss . Gefördert wird der Einbau von kompletter hocheffizienter LED-Beleuchtungstechnik (kompletter Leuchtenkopf bestehend aus einem Träger für das Leuchtmittel sowie Leuchtmittel, Reflektor, Abdeckung und Gehäuse) sowie die Installation einer tageslichtabhängigen Regelungs- und Steuerungstechnik und einer zonenweisen Zu- und Abschaltung von Leuchten in Abhängigkeit von den Soll-Beleuchtungsstärken . Im Bewilligungs­ zeitraum anfallende Ausgaben für projektbegleitende Ingenieurdienstleistungen ,in Höhe von maximal 5 Prozent der zuwendungsfähigen Investitions- und Installationsausgaben können zusätzlich gefördert werden .

Voraussetzung für eine Förderung von bis zu 25 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben ist, dass die COi-Emissionen jedes Leuchtensystems der Außen- und Straßenbeleuchtung um mindestens 80 Prozent gegenüber dem Ist-Zustand gemindert und die LED-Leuchten in Verbindung mit der Nutzung einer ta­ geslichtabhängigen Regelungs- und Steuerungstechnik ausgerüstet werden. Zusätzlich müssen die neu­ en Leuchtensysteme eine angemessene wirtschaftliche Amortisationszeit aufweisen.

Konkret werden die Hertener Stadtwerke im Jahr 2017 insgesamt 112 Leuchten, überwiegend in den Stadtteilen Westerhalt und Bertlich, nach den genannten Fördervorgaben auf LED-Technik umrüsten. Nach der Umrüstung wird bei den ausgetauschten Leuchten mit einer jährlichen Stromeinsparung von

30.061 kWh (84%) und einer COrEinsparung über die gesamte Lebensdauer von 355 Tonnen gerechnet.

Dabei betragen die geplanten Gesamtinvestitionen 35.233,- {. Der nicht zurückzuzahlende Zuschuss des Projektträgers PTJ liegt bei 25 % und beträgt somit 8.808,25€

Sollten Sie noch weitere Nachfragen haben, steht Ihnen Herr Rattmann von den Hertener Stadtwerken gerne für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

Wir gehen davon aus, dass sich Ihr Antrag nach § 14 der Geschäftsordnung des Rates und der Ausschüs­ se der Stadt Herten vom 23. Januar 2017 mit der Beantwortung dieser informellen Anfrage erledigt hat. Bitte geben Sie uns, wenn möglich, vor der Ratssitzung Bes_bei ob diese Annahme richtig ist. Wir wür­ den dies dann e tsprechend berücksichtigen

 

Der Bürgermeister

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://rat.jidv.de/?p=2635

2 Kommentare

  1. Detlef

    Na, hat es aufgrund des Antrages schon Zahlen von den Stadtwerken gegeben?

    1. Zusendung mit der bitte anonym

      s. Antwort oben Westerholt

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