«

»

Beitrag drucken

Verkehrskonzept Stadt Herten

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

aufgrund meiner Anfrage vom 22.11.16 hatte mir gestern Herr Dorn  – Straßen-NRW – dankenswert die Ruhrpilot-Daten vom 1. Halbjahr 2016 zur Verfügung gestellt.

Da die detaillierte Auswertung einige Zeit in Anspruch nimmt, habe ich – verständlicher Weise – erst einmal die Daten der Schützenstraße ausgewertet. Die Überschreitung (> 10% v. 50km/h ) habe ich eingefärbt. Ebenso wurde der Hintergrund der Daten eingefärbt, die aufgrund offensichtlicher Störung nicht zur Verfügung standen.

Grob überschlägig ist zu sagen, dass die am stärksten belasteten Straßen die Westerholter Straße, dann die Kaiserstraße (mit der geringsten Geschwindigkeitsbelastung) und die Schützenstraße sind. Letztere wird aufgrund der Belastung und der engen Bebauung lärmmäßig unstrittig als das größte Problem darstellt.

Die vom FB2 im Zusammenhang mit dem Verfahren Erschließung Baugebiet Schützen- /Hospitalstraße genannten Belastungsdaten von 9757 konnte an Werkstagen nicht festgestellt werden.

Ich bitte dieses Schreiben bei meinen Antrag „Verkehrskonzept Stadt Herten“  zu berücksichtigen.

 

rp

pdf

ggt

 

Antrag gem. § 14 GO

Der Rat berät und beschließt: Die Stadt Herten entwickelt in enger Zusammenarbeit mit Straßen-NRW ein ortumgreifendes Verkehrskonzept, welches einerseits den

  1. Bedürfnissen der Anwohner sowie
  2. des Straßenverkehrs

gerecht wird.

Hier sollten gerade auch Geschwindigkeitsbegrenzungen an stark befahrenen Straße – auch zur Sicherheit der Radfahrer – bei fehlender Zuordnung (Radfahrwege) durchaus in die Bewertung mit einbezogen werden.

Begründung

Das letzte gemeindeumgreifende Verkehrskonzept, erstellt im Auftrag der Stadt Herten durch Prof. Dr.- Ing. M. Stolz, stammt vom 25.Mai 77. Der „GVP der Stadt Herten“, Zieljahr 1990, wurde vom Rat gutgeheißen.[1]

Damalige Divergenzen zwischen Verkehrsfunktion und Nutzungsfunktion sind für das Hertener Straßennetz ermittelt und wie folgt im GVP dargestellt worden. Besonders zu nennen sind:

1.      Schützenstraße 2.      Feldstraße
3.      Bahnhofstraße 4.      Geschwisterstraße
5.      Kaiserstraße 6.      Mühlenkampstraße
7.      Langenbochumer Straße, Ortslage Westerholt 8.      Wallstraße

Für die Schützenstraße wurden subventioniert Grundstücke für eine durch die SPD-Fraktion geforderte Entlastung erstanden. Die Bahnhofstraße in Westerholt wurde entsprechend dem GVP geändert.

Nachfolgend wurden die Aussagen des GVP in Frage gestellt. Der damalige BM W. Wessel begründetet diese Abkehr damit, dass: „…. Wegen Energieverknappung und Verteuerung ist der Verkehr rückläufig(!!), daher ist die Entlastung nicht mehr erforderlich.“.

Aber nicht nur diese Meinung wurde in der Vergangenheit diametral zu den tatsächlichen Gegebenheiten vertreten. So wurde z.B. die Verkehrsdichte auf der Schützenstraße innerhalb eines Jahres, bezogen auf die negative Belastung vom Fachbereich 2, im Jahre 2011 von 15207/24h auf 9757 Kfz/ 24/h im Folgejahr genannt (?).[2] Tatsächlich steigt jedoch in der Statistik des Kraftfahrt – Bundesamtes bzw. Landesbetrieb Straßenbau-NRW der Straßenverkehr stetig bei abnehmender Kapazität der Straßen (dazu die Anlage-1).

Gerade im Hertener Stadtgebiet wird dieses besonders deutlich zu Events mit motorisiertem Hintergrund, Logistikunternehmen sowie Änderungen von Straßenzuordnungen. Der Rat hat abzuwägen zwischen merkantile Ziele und den Schutz der Anwohner. Unstrittig dürfte sein, dass sich die merkantilen Ziele dem Schutz der Bevölkerung unterordnen müssen.

Städte schreiben Tempo 30 auch auf Hauptstraßen vor. Neue Rechtslage erlaubt Beschränkungen vor Kitas und Heimen. Sh. dazu den Ausriss aus der WAZ-Presse in der Anlage-2. Bis heute ist nicht nur mir die Aussage des städt. Baurates in einem WDR-Bericht unverständlich, der dort behauptete, dass Tempo 30 den Verkehr eher lauter macht![3] Selbst Das UBA staunte über diese These.

Um zukünftig eine gerechte Abwägung treffen zu können, hilft keine „Kaffeesatzleserei“ (wie möglicherweise in der Vergangenheit –  dem Zweck dienend – üblich), hier müssen valide Daten zur zukünftigen Beurteilung den Entscheidungsträgern zur Verfügung stehen.

Aufgrund der Komplexität können diesseitig keine Kosten genannt werden, hier möge sich die Veraltung aus der Vergangenheit (Gutachterkosten für ähnliche Vorhaben) bedienen.

 

Mit freundlichen Grüßen

http://rat.jidv.de/dl/Antrag-16-11-04.pdf

Anlage -1- Verkehrsstatistik

Anlage -2- Städte schreiben Tempo 30 auch auf Hauptstraßen vor (WAZ v. 03.11.2016 S. 1, 3)

[1] http://archiv.pro-herten.de/dl/str/str-gvp1977.pdf
[2]
http://rat.jidv.de/?p=1279
[3]
http://www.pro-herten.de/wp-content/uploads/2012/04/vl-tempo30.mp4?_=1


Antrag pdf

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://rat.jidv.de/?p=2606

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: