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Krebshäufigkeit durch Grundwasserkontaminierung ?

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ANTWORT 19.01.2017

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Antrag des FDP Ratsherrn Herrn Joachim Jürgens

-Durchführung einer kleinräumigen Analyse zur Krebsinzidenz  in  der Region um das grundwasserkontaminierte Gebiet der ehemaligen Kokerei Schlägel und Eisen (S&E) in Herten Langenbochum-

 Sehr geehrter Herr Toplak,

gerne nehme ich zu Ihrem Antrag vom 17.10.2016 Stellung.

In seinem Schreiben bezieht sich Herr Jürgens auf Krebsfälle in Dortmund Dorstfeld, wo diese Problematik in früheren Jahren wurde. Die beiden Altlasten Dortmund Dorstfeld sowie Schlägel und Eisen in Langenbochum sind absolut nicht vergleichbar .

Während in Dortmund Dorstfeld der Standort einer Kokerei bereits vor mehre­ ren Jahrzehnten teilweise mit Wohnhäusern bebaut wurde , noch bevor eine Sanierung des Bodens erfolgte, liegt in Herten eine vollständig andere Situation vor. Hier liegt die Wohnbebauung außerhalb der ehemaligen Betriebsfläche und wird „lediglich“ von verunreinigtem Grundwasser unterströmt.

Ein eventuelles Belastungs-Szenario in Herten beschränkt sich daher auf die Anwohner , die einen Brunnen nutzten und Kontakt mit dem belasteten Grund­ wasser hatten.

Aufgrund des bereits erfolgten Grundwassernutzungsverbotes ist sichergestellt, dass ein Kontakt zu dem belasteten Grundwasser nicht mehr erfolgt. Das Ziel der Gefahrenabwehr ist damit grundsätzlich erreicht!

Untersuchungen zur Krebsinzidenz im Umfeld von S&E würden aus diesem Grunde lediglich  den Charakter  einer Rückbetrachtung auf eine ehemalige Belastungssituation haben, die es heute nicht mehr gibt.

Die genauen Expositionsszenarien  einzelner Brunnennutzer sind nicht mehr nachvollziehbar.

Kurt-Schumacher-Allee 1 ·45657 Recklinghausen ·Telefon (02361) 5345 67/68 ·Telefax (02361) 5345 66 ·e-mail: landrat@l<re1s-re.de


Joachim Jürgens, FDP-Ratsherr, Schützenstr. 84, 45699 Herten

Bürgermeister der Stadt Herten
Kurt-Schumacher-Straße 2
45699 Herten

Antrag gem. § 14 d. GO-Stadt Herten

Der Kreis RE wird angehalten, eine kleinräumige Analyse zur Krebsinzidenz in der Region um das grundwasserkontaminierte Gebiet der ehemaligen Kokerei S&E in Langenbochum durchzuführen.

Begründung:

Hintergrund des Antrages sind Gespräche mit Anwohnern im Bereich des genannten Geländes, in dessen Verlauf Bürgerinnen und Bürger ihre Ansicht äußerten, dass in den betroffenen Regionen vermehrt Krebserkrankungen aufgetreten sind.

Die im Grundwasser gemessenen BTEX-Konzentrationen liegen erheblich über dem Prüfwert für Grundwasserverunreinigungen; dieser liegt nach der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) für BTEX[1] bei 10-30 µg/l.

Die Auswahl der weiteren zu untersuchenden Krebserkrankungen richtete sich nach einem möglichen Zusammenhang mit den im Grundwasser der betroffenen Region nachgewiesenen Schadstoffen Benzol, Toluol, Ethylbenzol, Xylole, MTBE sowie polyzyklische Kohlenwasserstoffe (SUBV 2012). Einen Überblick über diese Stoffe und deren Einstufung nach den Angaben der International Agency for Research on Cancer (IARC) in Hinblick auf die Kanzerogenität für den Menschen findet sich im Anhang.

Die Problematik des Themas ist nicht zuletzt durch untersuchte Krebsfälle in Dortmund-Dorstfeld[2] bekannt geworden. Nach einem Bericht in der Lokalzeit aus Dortmund über eine mögliche Häufung von Krebsfällen in dem Altlastengebiet hat die Stadt reagiert und Fragebögen an die Bewohner verschickt. Das Gesundheitsamt will wissen, ob es in der Siedlung tatsächlich mehr Krebsfälle gibt als in anderen Stadtteilen.

Auch hier sollte der Kreis als Gesundheitsbehörde ähnlich reagieren und eine Anwohnerbefragung durchführen.

Mit freundlichen Grüßen

 

Weitere Informationen [klick]

Anlage: Kanzerogenität für den Menschen

[1] http://www.umweltdatenbank.de/cms/lexikon/28-lexikon-b/207-btex.html

[2] http://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/dortmund-untersucht-krebsfaelle-in-dorstfeld-100.html

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://rat.jidv.de/?p=2533

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